Winkler: Werkrealschule beschleunigt Ende kleiner Schulstandorte

Veröffentlicht am 14.07.2009 in Landespolitik

Die Landesregierung gefährdet mit ihrem Konzept zur neuen Werkrealschule die Schulstandorte im ländlichen Raum.

Viele der 756 einzügigen Hauptschulstandorte im Land – und damit auch in unserem Landkreis - sind in ihrer Existenz bedroht. Folglich werden, so der SPD - Landtagsabgeordnete, Schüler noch stärker von der Hauptschule abwandern. Dies zeige auch eine landesweite Umfrage unter Schulleitern der Grund- und Hauptschulen zur Werkrealschule: Sage und schreibe vier von fünf Schulleitern der betroffenen Schulen lehnten die Werkrealschul-Pläne von Kultusminister Rau ab. „Diese Umfrage zeigt Rau und Oettinger, wie weit weg sie mit ihren Schulplänen von der Wirklichkeit sind“, sagte Winkler.

Damit forciere die Landesregierung mit der Werkrealschule in Wirklichkeit
die Schließung von Schulstandorten, obwohl sie dies offiziell ablehne und lässt dabei die Gemeinden mit den Problemen alleine. Dabei, so Winkler, „wird Rau es nicht erreichen, dass die Hauptschule als Werkrealschule überlebt“. Dem Kultusminister geht es mit der Werkrealschule nur noch darum, am mehrteiligen Schulsystem festzuhalten. Ob das pädagogisch sinnvoll sei, spiele für ihn keine Rolle.

Die SPD forderte demgegenüber für alle Schülerinnen und Schüler grundsätzlich zehn
Schuljahre. Nach Ansicht der SPD-Landtagsfraktion muss an allen Hauptschulstandorten, also auch den einzügigen, der Werkealschulabschluss und - bei Vorlage eines entsprechenden Konzeptes - auch der echte Realschulabschluss möglich sein. Winkler hält die Beteuerungen der Landesregierung, dass es sich beim Werkrealschulabschluss um einen gleichwertigen mittleren Bildungsabschluss wie bei der Mittleren Reife handele, für unglaubwürdig. Rau selbst konterkariere diese Auffassung, indem er an der dreistufigen Grundschulempfehlung festhalte. Dadurch bringe er den qualitativen Unterschied der Werkrealschule zur Realschule, sowie der dort erworbenen Abschlüsse zum Ausdruck. „Wenn Werkrealschule und Realschule wirklich gleichwertig wären, dann bräuchte Rau bei der Grundschulempfehlung auch keine Unterscheidung zwischen den beiden Schularten“, erklärte Winkler. Der Abgeordnete forderte Rau demgegenüber auf, innovative Schulkonzepte vor Ort zuzulassen: „Dass immer mehr Schulträger eigene Wege gehen wollen, zeigt doch, wie sehr sich das bisherige Schulsystem überlebt hat.“

 
 

Homepage SPD Kreisverband Waldshut auf spd-wt.de

Besucher:841917
Heute:54
Online:1

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Leni Breymaier

Leni Breymaier