130 Millionen Schweizer Franken für Atomlabor

Veröffentlicht am 17.07.2009 in Europa

"Wer die Laufzeiten von AKW verlängern will, dem sei ein Besuch in Mont Terri empfohlen, um zu sehen, welche enorme Verantwortung und welche Kosten wir uns mit der Atomenergie aufgebürdet haben", sagte die Waldshuter SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter nach einem Besuch im internationalen Felslabor Mont Terri der schweizerischen Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), welches unter der Leitung der Swisstopo steht.

Gemeinsam mit der Lörracher SPD-Bundestagsgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretärin Marion Caspers-Merk, der Bundestagskandidatin Jana Zirra und der SPD-Fraktionsvorsitzenden im Waldshuter Kreistag, Karin Rehbock-Zureich, informierte sich die Politikerin über die Maßstäbe der Schweiz bei der Suche nach einem Endlager für den Abfall ihrer fünf Kernkraftwerke sowie Abfall aus Medizin, Industrie und Forschung.

Paul Bossart, Direktor des Mont Terri-Projektes, Monika Jost vom Bundesamt für Energie, Marcos Buser, Präsident der begleitenden Kommission des Kantons Jura, Ständerat Pankraz Freitag und der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Nagra, Armin Murer, diskutierten mit den Gästen aus Deutschland über den Auswahlprozess der im Herbst 2008 veröffentlichen Standortvorschläge für ein Endlager in dem - von der Schweiz favorisierten - Tongestein (Opalinuston). Drei von sechs Standortoptionen, Südranden, Züricher Weinland und Nördlich Lägeren liegen direkt an der Grenze und betreffen auch deutsche Gemeinden. Derzeit läuft für alle möglichen Standorte die raumplanerische und sicherheitstechnische Überprüfung.

"Neben einem offenen Dialog und größtmöglicher Transparenz des Auswahlverfahrens brauchen wir echte Beteiligungsrechte der betroffenen Gemeinden auf deutscher Seite", sagte Marion Caspers-Merk, SPD-Bundestagsabgeordnete für Lörrach und Parlamentarische Staatsseketärin.

Wie sicher der Opalinuston ist, das untersucht die Nagra seit 13 Jahren im Felsmassiv des Jura. Eine Million Jahre müsste das Gestein die 10.000 Kubikmeter hochaktiven Abfall, der in 40 Jahren in der Schweiz angefallen ist, sicher verschließen. Was geschieht in dem seit 180 Millionen Jahren ungestörten Tongestein, wenn die abgelagerten Behälter die Temperatur erhöhen? Können radioaktive Isotope die Barriere des Tongesteins durchdringen und wohin mit dem Gas, wenn ein Stahltank rostet? Diese Fragen beschäftigen die Forscher im Labor Mont Terri. Wobei Mont Terri selbst kein Endlager ist, sondern nur als Forschungslabor dient. Rund 130 Millionen Schweizer Franken haben alle Partner bereits in dieses Projekt investiert.

 
 

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Leni Breymaier

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