Mehr ÖPNV im ländlichen Raum

Veröffentlicht am 26.01.2009 in Kreistagsfraktion

Die SPD-Fraktion beantragt für die Verbesserung des ÖPNV im Landkreis Waldshut in den Haushalt 2009 und den folgenden Haushalten bis 2013 mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Zuschuss für das WTV-Ticket soll jährlich um 2% dynamisiert werden. Die Kreisverwaltung wird beauftragt, das ÖPNV-Angebot auszuweiten und Modellprojekte zu den unten genannten Konzepten zu initiieren. Dabei sollen in die Finanzierung auch Sponsoren miteingebunden werden.

Familienpolitischer Standortfaktor
Busse und Bahnen machen die Menschen mobil, sorgen für ein ausgeglichenes Niveau an Lebensqualität und bieten nicht zuletzt Familien auch im ländlichen Raum außerhalb der Ballungszentren ein attraktives Wohnumfeld. Der ÖPNV wird so neben seiner hervorragenden CO2 Einspareigenschaft zum familienpolitischen Standortfaktor. Dies gewinnt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung immer mehr an Bedeutung. Durch eine erhöhte Dynamisierung können Tickets zu familienfreundlichen Preisen angeboten werden.

Maßgeschneiderte Lösungen
Flexible Bedienformen sind eine Alternative zum herkömmlichen ÖPNV. Außerdem kann der ÖPNV durch flexible Bedienformen individualisiert werden. Zum Beispiel bieten Rufbusse bzw. Ruftaxis eine Tür-zu-Tür-Bedienung ohne Fahrplan-, Haltestellen- und Linienbindung innerhalb eines zeitlich und räumlich definierten Bedienungsgebietes. Damit tragen sie einem wesentlichen Teil dazu bei, die Schwierigkeiten des ÖPNV bei geringer und unregelmäßiger Nachfrage zu lösen.

Verkehrssicherheit für Jugendliche erhöhen
Jeder 4. Verkehrstote in Baden-Württemberg ist ein junger Mensch im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Jugendliche sind auf ihren Wegen von und zu abendlichen Veranstaltungen als besonders gefährdet anzusehen. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten hat der Ostalbkreis als erster und bisher einziger Landkreis in Baden-Württemberg die Verkehrssicherheitsaktion „fifty-fifty-Taxi“ mit durchschlagendem Erfolg gestartet. Das normale Taxi ist zu teuer und die Busse fahren nicht mehr. Mit dem „fity-Fifty-Taxi“ soll die Sicherheit und die Mobilität von Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren zu bezahlbaren Preisen erhöht werden. Das „fity-Fifty-Taxi““ ermöglich es Jugendlichen an Freitag- und Samstagabenden sowie an den Abenden vor gesetzlichen Feiertagen ab 22 bis 6 Uhr zum annährend halben Preis Taxi zu fahren. An Lotto-Toto-Verkaufsstellen können sie sogenannte „FityFity-Bon“ im Werkt von 10 Euro zum Preis von 5 Euro kaufen. Diese können dann bei kooperierenden Taxiunternehmen als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Für mehrere Personen, also Gruppen, steigert sich die Attraktivität des Angebots, da der Fahrpreis nicht nach Personenzahl, sondern gefahrenen Kilometern berechnet wird und dann durch die Anzahl der beförderten Personen geteilt werden kann. Finanziert wird die Verkehrssicherheitsaktion mit einer Vielzahl von Kooperationspartnern (wie z.B. von Krankenkassen, Sparkassen usw.) und Sponsoren. Das „fifty-fifty-Taxi“ ist ein hervorragendes best-practice-Modell für den ländlichen Raum.

 
 

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Leni Breymaier

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